
Johanna und Bernhard Josef Koziol |
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Bernhard Josef Koziol, der Vater des gleichnamigen Firmengründers, wurde 1876 in St. Annaberg geboren. Die Familie Koziol war beheimatet in Oberschlesien.
Bald schon nach seiner Geburt starben die Eltern – so kam er früh ins Waisenhaus zu Breslau und später, nach einer Volksschulzeit, in die keramische Industrie.
Willig und fleißig, wie er war, erhielt er eine Freistelle an der Keramiker-Fachschule zu Töplitz-Schönau im Sudetenland.
1908, mit dreißig Jahren war er Betriebsleiter in einer Steingutfabrik. Nach grauen Jugendjahren hatte das Leben nun Inhalt bekommen. |
Alles hatte seine rechte Ordnung. An Zahltagen brachte er seinen Verdienst nachhause und legte ihn wortlos auf den Sims der Kommode.
Am 30. Mai des gleichen Jahres kam ein Sohn zur Welt. Nach seinem Vater nannte man auch ihn Bernhard. Vater Bernhard hatte dann noch das eine und andere Mal die Stelle gewechselt. Dabei ist er in der Welt herumgekommen. Sein sehnlichster Wunsch war, sich einmal selbstständig zu machen.
1912 kam ihm zu Ohren, dass in Erbach im Odenwald eine stillgelegte Töpferei zu pachten ist. Sogleich griff er zu. Seinen letzten Arbeitsplatz in St. Pölten bei Wien gab er auf – und dann zog die Familie nach dem Odenwald: Vater Bernhard, seine Frau Johanna, Klein-Bernhard und das Schwesterchen Lucie, das 1911 zur Welt gekommen war. |
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Johanna Koziol, geb. Scholz |

Bernhard Josef Koziol
nach dem 1. Weltkrieg
an der Töpferscheibe |
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Bald schon sollte sich zeigen, dass der Entschluss voreilig war. Der Brennofen der übernommenen Töpferei erwies sich für die hochwertigen Keramiken, die hergestellt werden sollten, als ungeeignet.
Verzögerungen traten ein. Das Betriebskapital, Ersparnisse langer Jahre, verzehrte sich rasch. Als endlich ein neuer Ofen in Betrieb genommen werden konnte, brach der erste Weltkrieg aus. Gleich in den ersten Mobilmachungstagen wurde Vater Bernhard Soldat. Als er nach fünf Jahren endlich zurückkam, war seine Gesundheit geschwächt. Dennoch begann er sogleich von vorne.
Der junge Bernhard ist mittlerweile 11 Jahre alt. Da stehen sie zusammen in der Töpferei – der kleine Bernhard hilft mit, so gut er es vermag. Gemeinsam sucht man die Dinge zu meistern und die Last der Tage zu tragen. |
Neue Entbehrung. Neue Rückschläge.
Der Arzt stellte die Diagnose – Tbc.
Sanft, wie um ein wenig zu versöhnen,
strich ein milder Frühlingswind über den Friedhof.
Es war am 28. März 1928.
Der Tod hatte den Vater erlöst von einem Leiden,
das keine Gnade kannte – von einem Leben,
das hart und enttäuschend war. |
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St. Annaberg - Geburtsort von Bernhard Josef Koziol
Geschichte des Wallfahrtsortes St. Annaberg: Im 15. Jahrhundert wurde eine kleine Holzkirche auf dem Berggipfel (406 m ü. M.) errichtet, der Vorläufer der heutigen Basilika. Im Jahre 1504 brachte der Sachsenfürst Georg die 66 cm hohe Figur der heiligen Anna von Frankreich nach Oberschlesien. Ursprünglich soll sich darin ein Knochenstück der Heiligen befunden haben. Schnell wurde der Berg zum Ziel vieler Wallfahrten.
Auf dem Berg befinden sich neben der Wallfahrtskirche ebenfalls ein Kloster und weitere Kapellen. Der Ort wurde 1679 erstmals urkundlich erwähnt und entstand rund um das Kloster.
Heute leben hier ca. 500 Einwohner. St. Annaberg lebt vom Steinbearbeitungsgewerbe sowie von Landwirtschaft und von Pilgern. |
Wir leben alle im Geiste unserer Vorfahren …
Als Stückwerk auf der Wanderung durch Jahrhunderte übernahmen wir, einer Stafette gleich des Lebens Fackel aus ihren Händen, um als Erben der Vergangenheit ihren Weg fortzusetzen.
Vorbild der Eltern und die Verhältnisse zuhause bestimmen oft maßgeblich, mitunter in schicksalhafter Weisung den Ablauf unseres Lebens. |
Relief und Krug von Bernhard Josef Koziol - ca. 1920
Heute im Besitz des Grafenhauses Graf Franz zu Erbach-Erbach.
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Höhe: |
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| 20,5 cm |
12 cm |
23 cm |
21 cm |
22,5 cm |
23,5 cm |
29,5 cm |
29 cm |
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Heute noch befinden sich Töpferwaren von
Bernhard Josef Koziol in
Familienbesitz.
Diese wurden von dem jungen Bernhard sorgfältig aufbewahrt.
Schon damals beschäftigte sich Bernhard Josef Koziol
intensiv mit der Oberflächenbearbeitung der Töpferwaren.
Durch Experimente mit frischen Fichten- und Tannenzapfen
erzielte
er mit einer besonderen Technik spezielle Effekte.
Dies ist auf obigen Bildern noch sehr gut zu erkennen. |
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